Erster kurzer Erfahrungsbericht mit HiDrive von Strato

Vor ein paar Tagen erfuhr ich per Zufall von der Aktion bei Strato: HiDrive für 3 Monate kostenfrei, Anmeldung bis 31.7.10.

Also habe ich mich schnell angemeldet (die Kontodaten muss man trotzdem angeben; Strato rechnet natürlich damit, dass man nach der Testphase das HiDrive für 3,99 Euro im Monat weiter behält).

Warum HiDrive?

Ich bin seit längerem auf der Suche nach eine „Onlinefestplatte“, die mir verschiedene Möglichkeiten bietet:

1.     Abspeicherung von Daten jeglicher Art online (insbesondere Videos und Podcasts)

2.     Downloadmöglichkeit dieser Daten für ausgewählte Personen oder Gruppen

3.     Einrichtung verschiedenen Ordner

Es gibt bei einigen anderen Anbietern bisher nicht alle diese Features. Microsoft bietet unter http://www.officelive.com/de-DE/ einen Dienst an, der auf 5 GB begrenzt ist. Filesharing und individuelle Ordner funktionieren gut. Allerdings gehen keine Videos und Podcasts, alle anderen Dateiformate schon. Unter http://www.windowslive.de/Skydrive/ bietet Microsoft sogar 25 GB an, mit ähnlichen Einschränkungen wie oben. Allerdings ist beides kostenfrei, was ich persönlich sehr gut finde. 

Google bietet nur einen Dokumentenservice an bei 1 GB Speicherplatz.

Was mir bei Strato momentan gefällt, ist der Upload von Videos und Podcasts. Ich möchte in Zukunft über meine Website den Besucher mehr Informationen per Video und Podcasts zukommen lassen. Da die Datenmenge die größer ist als das Fassungsvermögen der Website, suchte ich eine Alternative. Strato HiDrive scheint da ganz gut zu sein.

Wo ich immer noch zögere, ist mein Misstrauen bezüglich Cloud Computing. Solange nicht bessere Sicherungen für die Websites geschrieben werden, werde ich auch keine geschäftlichen Infos z.B. bei Strato ablegen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass Cloud Computing die Zukunft sein wird, wenn die Onlineverbindungen besser und schneller und die damit verbundenen Kosten wesentlich geringer als heute sein werden.

Schauen Sie einfach mal bei www.strato.de rein.

Mindmappen und Diktieren auf dem IPod Touch

Seit einer Zeit befinde ich mich im Besitz eines IPod Touch. Was ich in diesem Blogeintrag zum Besten geben möchte, sind meine Eindrücke und Erfahrungen über 2 Apps (Applications = Softwareanwendungen).

Nach längerem Zögern habe ich mir das App „IThoughts“ für 5,99 Euro gekauft. Es handelt sich hier um eine Mindmappingsoftware. Ich bin seit über 20 Jahren eifriger Anwender von Tony Buzans Mindmappingmethodik, sowohl auf Papier als auch per Softwareprogramme (Mindjet, Freemind, Mind42). Kleine Ideen wie auch große Projekte habe ich mit Mindmapping konzipiert und durchgeführt.

IThoughts ist ein sehr gutes Programm, auch für den relativ kleinen Bildschirm des IPod Touch. Es ist einfach zu benutzen und in seiner Vielfalt sehr angenehm. Absolutes Highlight des Programm sind die unterschiedlichen Speicherformate: insgesamt 10 verschiedene Speichermöglichkeiten von PDF über Freemind, XMind, Mindmanager 6 und 8 bis zu IMindmap sind möglich. Die Übertragung auf den PC ist einfach: entweder per WLAN-Verbindung oder per Mail. Dann ist das Mindmap auf dem PC weiter bearbeitungsfähig. Eine Übertragung bearbeiteter Maps vom PC auf den IPod ist ebenfalls per Wlan möglich.

Fazit: Eine klasse Software

Eine weitere gute Software ist Dictamus. Es handelt sich hier um eine Diktiersoftware, die aus dem IPod ein sehr gutes Diktiergerät macht. Da ich selbst inzwischen sehr viele Podcasts besprochen habe, war ich immer auf der Suche nach einem geeigneten Gerät. Dictamus habe ich in der kostenfreien Lightversion ausprobiert. Die nimmt zwar nur Clips von 30 Sekunden Länge auf, aber zum Experimentieren hat es gereicht. Einen neuen Podcast habe ich mit der Lightversion aufgenommen (insgesamt 8 Aufnahmeteile waren nötig) und habe diese Teile mit der Software Audacity zu einem Podcast zusammengesetzt. Die Kaufversion lässt Aufnahmen von 90 Minuten zu. Sehr komfortabel ist die Software mit 2 Features: zum einen kann ich an eine bestimmte Stelle zurückspulen und einen Satzteil neu aufnehmen bzw. übersprechen und andererseits kann ich an jeder Stelle auch noch einzelnen Wörter oder Satzteile einfügen. Für mich 2 äußerst komfortable Funktionen. Diese Feature gibt es bei Diktiergeräten erst in einer Preisklasse ab 450,- Euro aufwärts. Die Klangqualität ist übrigens Spitze. So kann ich jetzt jederzeit und an jedem Ort meine Podcasts aufnehmen.

Fazit: Für 7,99 Euro ein tolles App fürs Diktieren.

Übrigens: Beide Apps funktionieren natürlich auch auf dem IPhone

Alterspyramide: Erneutes Überlegen

Die Alterspyramide entwickelt sich zu unseren Ungunsten. Soweit ist das keine neue Meldung. Was allerdings überrascht ist immer noch die weite Ignoranz dieses Themas in weiten Teilen der Bevölkerung. Wir müssen uns allerdings schnellstens Gedanken machen, was zu tun ist, denn die Zeit zum Handeln wird knapp.

Zu den Tatsachen:

1. Die Bevölkerung wird älter. Praktische Folge davon ist, dass die arbeitende Bevölkerung einen Rentner länger finanzieren muss als bisher. Zwischen 5 bis 10 Jahre kommen da zusammen und stellen eine enorme Belastung aller Rentenkassen (gesetzlich, privat und betrieblich) dar.

2. Da durch die fehlenden Neugeburten Beitragszahler nicht vorhanden sind, verschiebt sich das Verhältnis Beitragszahler zu Rentner auf 3 zu 1 im Jahr 2020. Im Jahr 1960 war das Verhältnis 1 zu 10! Die Folgen sind erhöhte Zahlungen der verbleibenden Beitragszahler. Dieses Geld fehlt beispielsweise für notwendige Investitionen in vielen anderen Bereichen z.B. Schule, Soziales, Infrastruktur. Alternativ erhält der Rentner weniger Geld, was allerdings zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen wird.

3. Der Pflegeaufwand wird steigen. Sowohl im finanziellen als auch  

personellen Bereich. Wenn die Menschen älter werden, werden sie auch möglicherweise länger pflegebedürftig. Steigende Zahlen bei Demenz- und Alzheimerkranken belegen dies.

Es wandern hierbei notwendige Ressourcen aus dem produzierenden und kreativen Bereich in den pflegenden Bereich. 

Deutschland wird darunter leiden und möglicherweise Verluste in der wirtschaftlichen Entwicklung erleiden. Außerdem werden wir externe Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Dazu werden wir ausländische Pflegekräfte ins Land holen, um den gestiegenen Pflegebedarf einigermaßen kostengünstig zu gestalten.

4. Um Mitarbeiter zu halten und zu gewinnen, müssen die Unternehmen neue Formen der Mitarbeitergewinnung etablieren. Zusätzlich zum firmeninternen Kindergarten werden auch eigene Altersheime gehören. Hier kümmern entsprechende Fachkräfte um die Eltern der Mitarbeiter. Nur so kann Fachpersonal für das Unternehmen gewonnen und gehalten werden.

5. Der „Krieg“ um Mitarbeiter generell wird hart geführt. Das Angebot an Arbeitsplätzen wird die Nachfrage übersteigen. Firmenzusammenschlüsse werden steigen, Synergien in der Wertschöpfung zwischen Produzent und Lieferant zunehmend gesucht und ausgeschöpft.

Alle Unternehmen werden sich kreative Lösungen für dieses Problem überlegen müssen (siehe auch Punkt 4).

6. Neue Formen des Wohnens müssen erprobt und erfahren werden. Ältere Menschen können auf Kinder aufpassen und ältere Kinder können auf Rentner aufpassen. Was in der Vergangenheit als Mehrgenerationenfamilie funktionierte, wird wiederbelebt werden müssen. Nur so werden wir die zukünftigen Probleme lösen können.

Wir müssen uns mit diesem Thema stärker auseinander setzen. Die gesellschaftlichen Gefahren aus den Nichtbeachtung sind groß. Es darf einfach nicht sein, dass wenige junge und arbeitsfähige Menschen viele alte, nicht mehr arbeitsfähige Menschen ernähren und betreuen. Der volkswirtschaftliche Schaden wird immens sein. Wir benötigen dringend funktionierende Modelle zur Lösung des Problems.

Schöne neue Multimediawelt Teil 2

Gestern habe ich n meinem Blog über die neue Multimedia geschrieben. Heute morgen fand ich im Magazin des Kölner Stadtanzeigers den Artikel „Muss es immer Apple sein – Konkurrenz  für das IPad“ einen interessanten Artikel über die Mitbewerber von Apple. Alle Nachahmermodelle sind wesentlich besser ausgestattet als das IPad, werden aber den Kultstatus von Apple nicht erreichen.
Was allerdings viel interessanter ist, ist die Tatsache, dass einige der Feature die ich gestern beschrieb, schon heute Realität sind.

So ist beispielsweise das Archos 9 mit einem TV-Tuner ausgestattet und ermöglicht den Fernsehempfang.
Andere Hersteller bauen die passenden Schnittstellen (USB) ein, versorgen das Pad mit viel Speicherplatz, einer Webcam sowie die Möglichkeit, mit dem Office-Paket zu arbeiten. GPS-fähig sind die Pads noch nicht, aber das ist nur ein Frage der Zeit.

Was mich noch etwas stört, ist die Größe des Geräts. Doch auch hier wird die Entwicklung zu einem kleineren Gerät sicherlich noch kommen. Es fehlt nur noch ganz wenig zur Erfüllung meiner Vision.

 

Quelle: Kölner Stadtanzeiger 29.6.2010 www.ksta.de/magazin

Schöne neue Multimediawelt - die Idee einer Vision

 

In meinem Vortrag „Quo vadis Trainer – Training der Zukunft“ beschäftige ich mich auch mit dem Einsatz neuer Medien, den Möglichkeiten des Internets mit seinen Auswirkungen auf die Arbeitswelt und Weiterbildung.

Ich möchte Ihnen hier die Idee einer Vision vorstellen, wie wir in Zukunft kommunizieren und arbeiten werden.

Ausgangspunkt meiner Gedanken ist das IPhone. Mit diesem Gerät sind wir inzwischen in der Lage, eine vielfältige Kommunikation durchzuführen. Wir telefonieren damit, wir senden SMS oder MMS, wir gehen damit ins Internet, organisieren Informationen, versenden Mails. Gleichzeitig lassen wir uns auch vom IPhone unterhalten, sei es durch Musik, Videos oder Spiele.

Meine Idee geht jetzt noch einen Schritt weiter. In 5 – 10 Jahren wird jeder wird ein Gerät ähnlich wie das IPhone besitzen. Wir werden alle unsere tägliche Kommunikation und Arbeit über dieses Gerät erledigen. Eine Trennung zwischen Handy, Organizer, IPhone und PC gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch ein Gerät für alles!

Die Übertragungsgeschwindigkeit ist inzwischen so groß, dass sie schneller als ein Festnetzanschluss ist. Deshalb wird dieses Gerät zusätzliche Angebote wie Fernsehen, Radio und bisher noch nicht entwickelte neue Technologien beinhalten.

Außerdem sind die laufenden Kosten so niedrig, dass jeder ein solches Gerät erwerben kann. Festnetzanschlüsse sind nicht mehr notwendig. Die hier vorher notwendigen Investitionen in Bauarbeiten und Kabelverlegung können jetzt in das Funknetz verlegt werden.

Weiterhin wird das Gerät sprachgesteuert sein. Alle Eingaben sind nicht mehr per Tastatur erforderlich. Ein interner Übersetzer transformiert das gesprochene Wort in Text, sofern es notwendig ist.

Mit der eingebauten Kamera sind Videotelefonate, Fotos und Scans von Dokumenten möglich.

Das Gerät wird den PC weitestgehend ersetzen. Mit einer Funkschnittstelle sind Bildschirm, Tastatur, Maus und andere Peripheriegeräte anschließbar wie wir es bisher vom PC gewöhnt sind. Die Software zur entsprechenden Bearbeitung von Texten, Tabellen und Präsentationen ist im Web vorhanden. Für aufwändigere Arbeiten wie Bilder oder Sounddateien werden wir doch noch einen leistungsfähigen PC benötigen.

Da es inzwischen auch schon die ersten Handys mit Beamertechnologie gibt, beispielsweise das Samsung i7410, ist die Projektion von Videos oder Bilder überall denkbar.

Da in 5 – 10 Jahren auch die SDHC-Cards über ein riesiges Speichervolumen verfügen und dabei preiswert sind, wird die lokale Speicherung kein Problem sein.

Auch das Angebot von Speicherplatz im Web wird zunehmen. Heute gibt es schon Anbieter, die 5 oder bis zu 20 GB kostenfreien Speicherplatz online zur Verfügung stellen.

Welche Auswirkungen wird dieses Gerät auf unsere Arbeit und Weiterbildung haben?

Grundsätzlich können wir alles überall machen. Eine Trennung von Arbeit und Freizeit wird es nicht mehr geben, die Übergänge sind fließend. Die Kommunikation zwischen den Menschen wird intensiver, gleichzeitig aber auch persönlich distanzierter. Da wir unsere sozialen Kontakte mal eben schnell über das Web erledigen können, wird möglicherweise der persönliche Kontakt sich anders gestalten.

Der physische Arbeitsplatz ist nicht mehr so wichtig, da überall gearbeitet werden kann. Das gilt allerdings nicht für alle Arbeitsplätze. Wer im Supermarkt an der Kasse sitzt, wird dies in Zukunft auch noch tun müssen. Wer über einen Büroarbeitsplatz verfügt oder als Dienstleister selbständig ist, für den ist dies fast schon Alltag.

Allerdings bringt diese neue Form der Arbeit natürlich klassische Führungsmodelle durcheinander, andererseits ist die Disziplin des einzelnen Mitarbeiters stark gefordert. Wer selbständig ist, kennt diese Herausforderungen; weiß aber auch, wie gut und produktiv sich in dieser Konstellation arbeiten lässt. Das Wort von der „Digitalen Boheme“ macht hier die Runde.

Lernen kann überall stattfinden. Wer sich für neue Themen interessiert, kann sich Webinaren oder Onlineseminaren jederzeit anschließen und lernen, wann und wo man will. Mal eben schnell einen App herunterladen und überall für den Segelschein lernen, ist heute ohne weiteres möglich.

Präsenzseminare werden zwar abnehmen, aber an Qualität hinzugewinnen und intensiver für den einzelnen Teilnehmer werden. Es wird zu einer intensiven Verzahnung von Online- und Präsenzlernen kommen.

Abendschulen, Universitäten aber vielleicht auch die Grund- und weiterführenden Schulen müssen sich Gedanken über diese neue Form des Lernens machen und wie dies sinnvoll in den Alltag integriert werden kann sowie zu einem erfolgreichen Schul- und Studienabschlüssen führt.

Insgesamt wird das kleine Gerät zu einer ziemlichen Revolution in unserem Arbeitsleben und unserer Freizeit beitragen. Und ich bin gespannt darauf, welche anderen Auswirkungen es noch haben wird.

Der Podcast zum Thema

 

 

Geht es aufwärts?

Langsam bekomme ich den Eindruck, dass es wirtschaftlich tatsächlich aufwärts geht.

Gestern (29.4.10) gab es im Kölner Stadtanzeiger (KSTA) gleich 4 optimistisch klingende Artikel:

·         Deutsche Wirtschaft kommt auf Touren = Wachstumsteigerung um 0,4,%

·         Inflationsrate leicht gesunken = nur 1,0 %, im Vormonat 1,1 %

·         Geschäftsklima erneut verbessert (alle Seite 11) = Ifoindex weiter gestiegen

·         Gewinne gehen rauf, Kurse runter (Seite 10) = Erhöhung der Gewinnprognosen

Vielleicht haben wir es ja wirklich geschafft. Ein bisschen Optimismus tut auf jeden Fall gut.

Andererseits: Das Geldvermögen ist ebenfalls gestiegen (KSTA 30.4.10, Seite 11). Allerdings nur bei den Personen, die in Aktien investiert haben und Gewinne abschöpften. Die Schulden der privaten Haushalte bleiben nahezu unverändert du betrugen 1532 Milliarden Euro; das heißt im Durchschnitt ist jeder Bundesbürger (ob Kind oder Rentner) mit etwa 19.000,- Euro verschuldet. Ob es sich hierbei nur um die private Schuldenlast oder um die Gesamtschuldenlast auch des Staates handelt, ging aus dem Artikel leider nicht hervor. Wenn es die Gesamtschuldenlast ist, dann drohen uns weitere Lasten zur Unterstützung klammer EU-Partner. Unsere Kinder werden es uns nicht danken, wenn wir Ihnen einen derartigen Schuldenberg als Erbe mitgeben.

 

 

Industrie fordert mehr Innovationen

Passend zur Eröffnung der Industriemesse in Hannover kam die Forderung, dass Deutschland innovativer werden muß, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Mehr oder minder regelmäßig taucht diese Forderung auf.

Dabei gilt es, 2 Aspekte zur Erfüllung dieser Forderung zu beachten:

  1. Wir benötigen in den Unternehmen ein innovationsförderndes Klima.
  2. Wir müssen innovative Produkte auch selbst vermarkten.

Es ist schön, wenn Unternehmen immer wieder diese Forderung stellen. Doch oft vergessen sie dabei, dass sie als Unternehmen selbst die größten Blockierer der Innovationen sind. Kreativität und Innovationen entstehen nicht auf Befehl. Sie entstehen auch nicht notwendigerweise am Arbeitsplatz oder während der Arbeitszeit. Was entscheidend ist, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens den Freiraum haben müssen zu spielen, zu experimentieren, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Leider fehlt das in vielen Unternehmen, vor allem in solchen, die extrem stark hierarchisiert sind. Es herrscht immer noch das Denkmuster: „Wir sind zum Arbeiten hier und nicht zum Spaß haben“. Solange diese Einstellung vorherrscht, werden Innovationen in Deutschland nicht in ausreichender Menge fließen. Es herrscht auch eine falsche Meinung von Innovation vor. Es muß nicht immer die große Neuentwicklung und Entdeckung sein. Innovationen ergeben sich auch aus der Neukombination bereits vorhandener Elemente und Produkte. Apple beispielsweise hat uns dies mit dem IPod vorgemacht. Alle Elemente waren bereits entwickelt. Steve Jobs hat sie nur anders zusammengebaut und in neues Design gesteckt. Auch das ist Innovation.

Die letzte große Innovation aus Deutschland war das MP3-Format, entwickelt vom Frauenhofer-Institut. Dummerweise ist versäumt worden, dieses geniale Produkt entsprechend zu vermarkten. Das haben andere Unternehmen übernommen.
Mit der Entwicklung und Innovation ist es nicht getan. An gleicher Stelle steht auch die intelligente Vermarktung des Produktes. Inzwischen haben durch das Web und das Entstehen extrem großer Nischenmärkte zahlreiche Vermarktungsmöglichkeiten ergeben, allerdings werden sie noch zu wenig genutzt. Die Vermarktung sollte nach Möglichkeit beim Unternehmen verbleiben, damit die Gewinne aus dem Verkauf ins Unternehmen und in die Entwicklung neuer Innovationen gesteckt werden.

Nur in der Kombination von Innovation und Vermarktung wird Deutschland ein Spitzenplatz in der Ökonomie der Welt halten können. Wir werden in den nächsten Jahren hart daran arbeiten müssen.

Der Ingenieur fehlt hier schwör

Wir haben nicht genügend Ingenieure. Neu ist diese Weisheit bzw. Nachricht nicht. Erschreckend ist vielmehr die Zahl: Durchschnittlich fehlen in diesem Jahr 34000 Ingenieure (Die Welt vom 20.4.10, Seite 10). Laut Aussagen der Experten wird der Fehlbestand weiter wachsen und damit zu einer großen Innovationsbremse werden. Seit Jahren schon klagen Unternehmen über fehlende Ingenieure, über nicht realisierte Wertschöpfung von ca. 3 Milliarden Euro in 2009. Nachwuchs ist leider nicht in Sicht. Die Lage wird sich durch die demografische Entwicklung eher noch verschlimmern, bis dahin, dass ein Ersatz für altersbedingtes Ausscheiden nicht gefunden werden kann. Was in diesem Teil der Wirtschaft fast zur Vollbeschäftigung führt (nur ca. 2,4% der Ingenieure sind arbeitslos oder arbeitssuchend), klingt für andere Teile als Schlaraffenland.

Welche Wege gibt es aus der Situation? Wahrscheinlich werden wir Greencards für Ingenieure aus anderen Ländern erteilen müssen. Selbst wenn sich alle studienfähigen Personen Ingenieurswissenschaften studieren würden, käme eine Entlastung erst in 5 – 6 Jahren. Dann hätten wir allerdings möglicherweise das Problem des Überangebots. Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit, unternehmensintern durch entsprechende Schulungsprogramme Mitarbeitern zu einer Zusatzqualifikation zu verhelfen.

Sicher ist, der Standort Deutschland benötigt Ingenieure, um seine Wettbewerbsvorteil zu halten bzw. weiter auszubauen.

Deutsche Unternehmen holen Produktion aus Fernost zurück

Globalisierung ist anscheinend nicht alles. Vermehrt holen deutsche Unternehmen ihre ausgegliederten Abteilung aus dem Ausland, speziell aus Fernost zurück. Früher war es eine Notwendikeit, im Land des Kunden auch zu produzieren. Vor allem für mittelständische Unternehmen liegen da voll im Trend. Was bei Großunternehmen fast schon normal ist, wird für den Mittelstand eher zum teuren Abenteuer. Die erwarteten Aspekte sind zum großen Teil nicht eingetroffen. Eher das Gegenteil. Die Liste der Klagen ist lang: mangelnde Qualität, überzogene Ansprüche der Mitarbeiter, Lange Lieferzeiten und Lieferwege, unerwartet hohe Neben- und Transportkosten, politische Unsicherheiten und letzlich Angst vor Spionage und tatsächliche Produkpiraterie.

Alle diese Aspekte sind dem Mittelstand inzwischen über den Kopf gewachsen. Hinzu kommen versteckte Risiken und Kosten, die auch langfristig nicht abzusehen sind. Die Distanz sowie interkulturelle Probleme verschärfen die Situation. Deshalb versuchen die Unternehmen, diese Riskofaktoren zu minieren, indem sie entweder die Produktion wieder nach Deutschland zurückholen oder betreiben Nearshoring. Dies ist ein neuer Begriff und meint, dass Produktion ins Ausland verlegt wird (Offshore), aber in Reichweite, nach Möglichkeit erreichbar in wenigen Flugstunden (Near). Für deutsche Unternehmen bedeutet dies eine Verlagerung nach Polen, in die baltischen Staaten oder Südeuropa. Die Globalisierung wird weiter Bestand haben. Doch es geht anscheinend nicht mehr um Globalisierung auf Teufel komm raus, sondern um intelligente Verlagerung der Produktion in einen Rahmen, der noch beeinfluss- und steuerbar ist. Die Zeit wird zeigen, ob diese Verlagerung tatsächlich die negativen Effekte überwiegt und sich positiv für die Unternehmen rechnet. Bis zur nächsten Verlagerungswelle, wie immer diese ausfallen wird.

 

Quelle: Die Zeit vom 15.4.10 Seite 23  - 24

Die Grenzen von Arbeit und Freizeit verschwimmen

Was für unsere Eltern noch galt (Stunden Arbeit, 8 Stunden Freizeit und 8 Stunden Schlaf), gilt für einen Teil der heutigen Arbeitenden nicht mehr. Wer im Management angesiedelt, Kleingewerbetreibender, Selbständiger ist oder als Arzt oder Techniker im Notdienst arbeitet, weiß um eine inzwischen fast ständige Erreichbarkeit. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen immer mehr.

Was für Angestellteoft ein notwendiges Übel ist, schätzt der Selbständige. Auch wenn diese Personengruppe noch relativ klein ist, wird sie in den nächsten Jahren weiter wachsen. Natürlich wird Verkaufspersonal in einem Supermarkt immer noch zu bestimmten Zeiten vor Ort sein müssen, aber für viele andere Tätigkeiten, die einen Home Office Arbeitsplatz möglich machen, besteht im Grunde keine Anwesenheitspflicht. Wann und wo die Arbeit getan wird, ist gleichgültig. Hauptsache sie wird termingerecht fertiggestellt. Ob ein Versicherungsvertrag im Büro, Zuhause oder am Strand bearbeitet wird, ist gleichgültig. Es zählt, wie gesagt, das Ergebnis.

Dies impliziert eine Reihe von Konsequenzen. Die arbeitende Person muss ein hohen Maß an Selbstdisziplin zur Bewältigung der Arbeit aufbringen. Andererseits genießen diese Personen auch ein hohes Maß an Freiheiten. Die Arbeit muss nicht notwendigerweise zwischen 8 und 17 Uhr erledigt werden; andere Arbeitszeiten sind denkbar. Das bedeutet, dass das eigenen Zeitkontigent besser verwaltet werden kann. Freizeit am Vormittag und Arbeit am Nachmittag und Abend sind möglich und bald normal. Gleichzeitig benötigen wir für diese „Freigeister“ andere Führungsmodelle. Die hierarchische und kontrollierende Führung, wie sie bisher noch weit verbreitet ist, funktioniert nicht mehr. Die ergebnisorientierte Führung tritt mehr in den Vordergrund. Letztlich steht auch eine andere Lebensplanung im Vordergrund. Durch das Aufweichen der Grenze zwischen Arbeit und Freizeit treten unter Umstände andere Wertigkeiten im Leben des Einzelnen auf. Arbeit wird nicht mehr als Belastung, sondern viel stärker als Spaß und die freie Zeiteinteilung als Motivation empfunden. Gerade die jungen Menschen (ab Anfang bis Mitte 20), die gerade in das Berufsleben eintreten, fordern mehr und mehr diese Freiheiten und bekommen sie auch zugestanden. Langsam erkennen die Unternehmen den Mehrwert für alle Beteiligten an der Aufweichen der Grenze zwischen Arbeit und Freizeit.