Der Ingenieur fehlt hier schwör
Wir haben nicht genügend Ingenieure. Neu ist diese Weisheit bzw. Nachricht nicht. Erschreckend ist vielmehr die Zahl: Durchschnittlich fehlen in diesem Jahr 34000 Ingenieure (Die Welt vom 20.4.10, Seite 10). Laut Aussagen der Experten wird der Fehlbestand weiter wachsen und damit zu einer großen Innovationsbremse werden. Seit Jahren schon klagen Unternehmen über fehlende Ingenieure, über nicht realisierte Wertschöpfung von ca. 3 Milliarden Euro in 2009. Nachwuchs ist leider nicht in Sicht. Die Lage wird sich durch die demografische Entwicklung eher noch verschlimmern, bis dahin, dass ein Ersatz für altersbedingtes Ausscheiden nicht gefunden werden kann. Was in diesem Teil der Wirtschaft fast zur Vollbeschäftigung führt (nur ca. 2,4% der Ingenieure sind arbeitslos oder arbeitssuchend), klingt für andere Teile als Schlaraffenland.
Welche Wege gibt es aus der Situation? Wahrscheinlich werden wir Greencards für Ingenieure aus anderen Ländern erteilen müssen. Selbst wenn sich alle studienfähigen Personen Ingenieurswissenschaften studieren würden, käme eine Entlastung erst in 5 – 6 Jahren. Dann hätten wir allerdings möglicherweise das Problem des Überangebots. Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit, unternehmensintern durch entsprechende Schulungsprogramme Mitarbeitern zu einer Zusatzqualifikation zu verhelfen.
Sicher ist, der Standort Deutschland benötigt Ingenieure, um seine Wettbewerbsvorteil zu halten bzw. weiter auszubauen.
