Collaboratives Konsumieren (Collaborative Consumption)
Dies ist der nächste Trend, der durch das Web ausgelöst und initiiert wurde.
Collaboratives Konsumieren (CK) hat die Grundlage, dass nicht der Besitz eines Produktes zählt, sondern der Zugang dazu.
Wenn wir einmal ehrlich zu uns selbst sind, benutzen wir manche Produkte, die wir besitzen, nur selten nutzen: Der Rasenmäher wird nur einmal die Woche benutzt; das eigene Fahrrad vielleicht nur alle paar Tage und schließlich steht das eigene Auto 23 Stunden ungenutzt vor der Garage.
Collaboratives Konsumieren setzt hier an. Beispielsweise hat ihr Nachbar keinen Rasenmäher und möchte Ihren benutzen. Sie können ihm helfen. Ein anderer Nachbar möchte gerne Radfahren; auch hier können Sie helfen. Schließlich hat Ihr Freund sein Auto in der Werkstatt und benötigt dringend ein Fahrzeug. Hier können Sie ebenfalls helfen.
Das Web macht es inzwischen möglich, auch auf privater Basis Utensilien und Fahr-zeuge zu verleihen. Was es dazu benötigt, ist eine Internetplattform und das Vertrauen der entsprechenden Community, Sachen zu verleihen und unbeschädigt wieder zurück zu bekommen. Natürlich soll das nicht vollkommen kostenfrei geschehen. Eine kleine Leihgebühr versüßt das Leihgeschäft. Effekt: Ein Produkt muss nur einmal gekauft werden und kann von mehreren Menschen benutzt werden. Was nach dem Prinzip öffentlicher Bibliotheken oder Autoverleiher funktioniert, funktioniert jetzt auch im privaten Bereich; mit großem Erfolg. Gerade in den USA findet diese Art des Konsum immer mehr Anhänger; und es ist teilweise ein Riesengeschäft. Gegen teilweise sehr geringe Leihgebühren werden private Autos, Rasenmäher, professionelle Kameraausrüstungen, Fahrräder, Landmaschinen und andere Produkte ausgeliehen.
Hintergedanke dieser Idee ist, dass ein Produkt von mehreren Menschen genutzt werden kann. Bevor sich viele Menschen das Produkt kaufen und größtenteils ungenutzt lassen, wird hier ein Produkt der Nutzung vieler Menschen zur Verfügung gestellt.
Ein weiterer „“Markt“ hat sich bei gebrauchten und nicht mehr benötigten Güter her-ausgebildet. Anstatt die Sachen aufwändig bei Ebay zu verkaufen, werden lokale Tauschbörsen eingerichtet. Man bringt beispielsweise seine nicht mehr benötigt Klei-dung zu einer Kleidertauschbörse mit, bekommt dafür Chips, mit denen man dann „neue““ gebrauchte Kleidung eintauschen kann. So wird für den alten, aber noch benutzbaren Anzug ein neuer Besitzer gefunden und man selbst kann sich ein „neues“ gebrauchtes Kleidungsstück eintauschen.
Collaboratives Konsumieren ist der Ausdruck eines sich wandelnden Konsumverständnisses: „Wenn ich ein Produkt gekauft haben, bin ich auch in der Lage das mit Anderen zu tauschen.“
Collaboratives Konsumieren verringert langfristig den Ressourcenverbrauch bei der Produktion der Güter. Im Sinne des grünen Denkens ist das ein guter Ansatz. Unter-nehmen werden vorerst mit dieser neuen Philosophie des Konsumierens sich nicht anfreunden können, das es mit Sicherheit einen Produktionsrückgang bedeutet. Andere, clevere Unternehmen habe die Zeichen der Zeit erkannt und bieten selbst aktiv Formen des Tauschens oder Verleihens an und verdienen gut dabei.
Gehen Sie doch mal durch Ihre Wohnung oder Ihre Garage und überlegen, welche Güter Sie aktiv zum Verleihen anbieten können. Viel Spaß dabei.
