Wir nennen es Arbeit

„Etwas Besseres als die Festanstellung finden wir allemal.“ So lautet der Text auf dem Klappentext. Beide Autoren verstehen sich als Sprachrohr der „Digitalen Boheme“, jener Gruppe von Menschen, die sich als neue Avantgarde der Arbeitsgesellschaft sieht. Die „Digitale Boheme“ setzt sich zusammen aus Kleingewerbetreibende, Berater, Trainer, Freiberufler, Teilzeitangestellten, Studenten und anderen Lebenskünstlern zusammen. Gemeinsam ist ihnen ein neues Lebens- und Arbeitsmodell, welches fest mit dem Web verbunden ist. Das Web ist der zentrale Mittelpunkt der Boheme: Arbeitgeber und Auftraggeber, aktive Netzwerkarbeit, Pflege der sozialen Kontakte, aber auch kulturelles und künstlerisches Schaffen gehen über das Web. Dabei werden alle aktuellen Themen der „Digitalen Boheme“ angesprochen: über die Veränderung der Arbeitsgesellschaft weg von der Festanstellung hin zum Freiberuflertum, die Auswirkungen der Globalisierung, virtuelle Projektarbeit bis hin zur Entwicklung einer parallelen Gesellschaft.

Ein absolut lesenswertes Buch für alle, die sich hier wiederfinden.

Wir nennen es Arbeit – Die digitale Boheme oder Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung; Holm Friebe und Sascha Lobo; Heyne 2006; 304 Seiten;  8,95 Euro

The Long Tail von Chris Anderson

Der Untertitel verrät den tatsächlichen Inhalt des Buches: Nischenmärkte statt Massenmarkt. Andersons These ist, dass das Web unseren Konsum und damit die Wirtschaft erheblich verändert. Indem viele Produktionsverfahren sich vereinfacht und verbilligt haben, ist eine unendlich große Produktvielfalt zu minimalen Kosten entstanden. Dabei überrascht seine Aussage, und auch seine Beweise, dass nicht die sogenannten Megahits die Cashcows der Unternehmen sind, sondern die vielen Produkte jenseits davon, die Produkte des Long Tail. Der Long Tail ist der Produktbereich jenseits der Mainstreamprodukte, jenseits der Produkte, die sich vielfach verkaufen, weil sie gerade in Mode sind. Am Beispiel des Musikmarktes (aber auch vieler anderer Märkte) macht Anderson klar, wie das funktioniert und warum gerade in Nischenmärkten mehr Geld zu verdienen ist als mit Megahits. Eine weitere These von ihm ist: „Alles, was sich digitalisieren lässt, lässt sich in der entsprechenden Nische verkaufen.“ Mit fortschreitender Digitalisierung vieler Produkte, Dienstleistungen oder Abläufe finden auch Produkte ihren Abnehmer, die früher sonst nur schwer auffindbar oder verkaufbar waren.

Ein tolles Buch über zukünftige Geschäftsmöglichkeiten!

The Long Tail – Nischenprodukte statt Massenmarkt von Chris Anderson, dtv 2006, 316 Seiten, 12,90 Euro